Was ist der Fackellauf nach Solferino?
Seit 1992 erinnern tausende Menschen aus der ganzen Welt alljährlich rund um den 24. Juni bei einem Fackelzug (italienisch = Fiaccolata) des Italienischen Roten Kreuzes von Solferino nach Castiglione delle Stiviere an die Anfänge der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Auch das Deutsche Rote Kreuz möchte an seine Wurzeln erinnern und sich mit dem Fackellauf nach Solferino an der Fiaccolata beteiligen. Nach der Art eines Staffellaufs soll das „Licht der Hoffnung und Menschlichkeit“ von Rotkreuzgliederung zu Rotkreuzgliederung weitergereicht werden, bis es dann am 24. Juni Solferino in Norditalien erreicht.
Historischer Hintergrund
Am 24. Juni 1859 wird der Schweizer Henry Dunant auf einer Geschäftsreise mit den Konsequenzen der Schlacht von Solferino konfrontiert, einer der blutigsten Schlachten der Weltgeschichte. Die Schlacht gilt als Geburtsstunde des Roten Kreuzes: In den Tagen nach der Schlacht wurde die etwa acht Kilometer entfernte Stadt Castiglione delle Stiviere durch die Aktivitäten von Rotkreuzbegründer Dunant zum Mittelpunkt der Hilfeleistungen für die Verwundeten. Um daran zu erinnern, veranstaltete das Italienische Rote Kreuz das erste Mal im Jahr 1992 einen Fackelzug von Solferino nach Castiglione delle Stiviere.
Im Rahmen der #fiaccolata2026 durften wir heute die Fackel der Hoffnung und Menschlichkeit in unserem Kreisverband willkommen heißen. Übergeben wurde sie von der Wasserwacht des DRK Kreisverband Leipzig-Stadt e.V. auf dem Wasserweg an unsere Wasserwacht.
Von dort aus führte ihr Weg quer durch unser gesamtes Satzungsgebiet. In unseren Einrichtungen der Eingliederungshilfe – der DRK Wohnstätte Kohren-Sahlis und den DRK Werkstätten Geithain – wurde sie mit großer Begeisterung empfangen. Ebenso herzlich begrüßten die Mitarbeitenden, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Tagesgäste unserer Seniorenhilfe die Fackel: in der DRK Sozialstation Kohren-Sahlis, der DRK Tagespflege am Erligtwald und im DRK Seniorenpflegeheim Waldblick. Zudem machte die Fackel auch noch Station bei unserem Rettungsdienst.
Ein besonderes Highlight setzte unser Projekt „FreiKuBi – Freizeit, Kultur und Bildung für Menschen mit Beeinträchtigungen und Senioren“. Gemeinsam mit der Fackel ging es auf eine Alpaka-Wanderung – ein bewegender Moment, der Gemeinschaft, Lebensfreude und Teilhabe auf wunderbare Weise vereinte.
Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit wurde die Fackel mit einem E-Fahrzeug unseres Fahrdienstes von Station zu Station gebracht. So verband sich die symbolische Kraft der Aktion mit einem bewussten Blick in die Zukunft.
Was diesen Tag jedoch wirklich besonders machte, war das Miteinander: Mitarbeitende, Bewohnerinnen und Bewohner, Werkstatt-Teilnehmende und Tagesgäste – sie alle trugen das Licht weiter. Jeder einzelne war Teil dieser Reise. Überall war spürbar, wie stolz unsere Gemeinschaft darauf ist, ein sichtbares Zeichen für Zusammenhalt, Respekt und Menschlichkeit zu setzen.
Zur Übergabe der Fackel haben wir uns mit dem DRK Kreisverband Zwickau e.V. noch eine besondere Aktion ausgedacht. Wir machten uns vom DRK KatSchutz-Standort Roda mit unserem liebevoll instandgesetzten Barkas B1000 und das Zwickauer DRK wiederum mit einem Trabant auf den Weg. Ziel war das Schloss Waldenburg, wo die Fackel dann von unserem Kreisbereitschaftsleiter Peter Winter übergeben wurde.